Wie geht es weiter in Europa nach der Europawahl?
Von Gaby Bischoff, MdEP
Mit der Europawahl am 9. Juni ging unser intensiver Wahlkampf zu Ende. Ich möchte mich herzlich für den engagierten Einsatz in Marzahn-Hellersdorf bedanken. Es war beeindruckend, was die aktiven Helfer*innen von Euch auf die Beine gestellt haben. Das Ergebnis ist bitter für die SPD in Deutschland. In anderen Ländern, wie Italien oder Frankreich, konnten unsere sozialdemokratischen Schwesterparteien jedoch erheblich dazugewinnen.
Wie geht es nun in Brüssel und Straßburg weiter? Was bedeuten die Wahlergebnisse für die nächsten fünf Jahre? Wichtige Fragen, denn die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind enorm, gerade in Hinblick auf den Rechtsruck in ganz Europa, den Verlust an Vertrauen in die Demokratie und die neuen Mehrheiten in Rat, EU-Kommission und dem Europäischen Parlament.
Wir ziehen mit 14 Europaabgeordneten in das Europäische Parlament ein, drei von uns sind neu dabei. Klar ist, wir werden uns weiterhin mit aller Kraft im Parlament für sozialdemokratische Politik einsetzen.
Als SPD arbeiten wir derzeit zusammen mit den sozialdemokratischen Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa daran, dass die nächste Europäische Kommission möglichst viele unserer Prioritäten in ihr Arbeitsprogramm aufnimmt. Hier geht es uns insbesondere um Weichenstellungen für gute Arbeit und gute Löhne überall in Europa, darum bezahlbaren Wohnraum zu fördern, eine aktive Industriepolitik zu forcieren und den grünen und digitalen Wandel sozial gerecht zu gestalten. Hierfür brauchen wir u.a. eine stärkere Mitbestimmung und Beteiligung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Im EU-Parlament bilden wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten mit 136 Sitzen weiterhin die zweitgrößte Fraktion. Daher wird kein Weg an uns vorbeiführen, um Mehrheiten zu sichern für wichtige politische Initiativen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir weiterhin für eine EU kämpfen, die die Bedürfnisse und Sorgen der Menschen in den Mittelpunkt stellt und soziale Gerechtigkeit fördert.
Eins ist für uns klar: Wir stehen klar ein für die Brandmauer gegen rechts. Es gibt derzeit – trotz Rechtsruck – eine klare und komfortable Mehrheit für die demokratischen proeuropäischen Parteien, weshalb sich jeder Flirt mit rechtsextremen Fraktionen verbietet. Hier erwarten wir klare Kante von Frau von der Leyen als Kandidatin für das Amt der Kommissionspräsidentin.
Die Herausforderungen sind groß, aber wir sind fest entschlossen, sie anzugehen. Wir werden unermüdlich daran arbeiten, ein Europa zu schaffen, das Freiheit, Wohlstand und Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger gewährleistet. Ein Europa, das in einer Welt, die von Konflikten, Krisen und Unsicherheiten geprägt ist, geeint und handlungsfähig bleibt.
Jetzt heißt es, weiterhin gemeinsam dafür zu kämpfen, dass die EU ein Ort der Hoffnung und der Chancen bleibt. Denn nur durch unseren ständigen Einsatz und unsere Entschlossenheit können wir die Vision eines gerechten und solidarischen Europas verwirklichen. Dafür werde ich mich in den kommenden fünf Jahren im EU-Parlament weiterhin einsetzen.
Foto: Büro Bischoff
Von Nicola Böcker-Giannini und Martin Hikel, SPD-Landesvorsitzende
Wer gemeinsam Wahlkampf macht, kann auch gemeinsam das Ergebnis anschauen. Wir möchten euch deshalb für Sonntag, 9. Juni 2024, ab 17.00 Uhr ins Kreisbüro (Marzahner Promenade 37, 12679 Berlin) einladen, um gemeinsam um 18.00 Uhr das Ergebnis zu sehen.
Am 9. Juni 2024 steht eine bedeutende Wahl an: die Europawahl, bei der über 350 Millionen wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger aufgerufen sind, das zehnte EU-Parlament zu wählen. Diese Wahl markiert einen Wendepunkt für die politische Zukunft Europas. Werden wir auch in Zukunft stabile Mehrheiten in der Mitte finden, um sozial gerechte Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu entwickeln? Sei es in Bezug auf Sicherheit und den Krieg in der Ukraine, die Transformationen in der Arbeitswelt oder die Bewältigung der Klimakrise: Freiheit, Wohlstand und Sicherheit in Europa lassen sich in einer Welt, die von Konflikten, Krisen und Unsicherheiten geprägt ist, am besten mit einer geeinten, handlungsfähigen EU erreichen, die mit einer Stimme auftritt.
Eine besondere Zielgruppe sind erstmals auch die 16-Jährigen. Bei Schuldebatten in allen Berliner Bezirken hat sich gezeigt, dass viele Erstwähler*innen sich gut auf die Wahlen vorbereiten und der EU gegenüber offen sind. Viele junge Menschen aber haben Zukunftssorgen, und sie erwarten klare Ideen und Forderungen. Die SPD hat klare Ziele und Idee für die nächsten 5 Jahre! Krempeln wir die Ärmel hoch, um möglichst viel davon umzusetzen. Auf meinem Instagram-Kanal stelle ich deshalb 30 Tage lang jeden Tag eine gute Idee für Europa vor. Schaut gerne vorbei und teilt meine Videos!