Am 26. Februar 2026 haben wir in der Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses von Berlin das Kleingartenflächensicherungsgesetz verabschiedet. Als erstes Bundesland schützen wir durch ein Gesetz dauerhaft die Kleingärten auf landeseigenen Flächen.
Insgesamt gibt es in Berlin über 70.000 Kleingärten. Davon befinden sich mehr als 56.000 auf landeseigenen Flächen – das entspricht mehr als 80 Prozent. Mit dem Kleingartengesetz sichern wir die Zukunft der meisten dieser Gärten und setzen ein starkes Zeichen für den Erhalt unseres Stadtgrüns. Sie werden dauerhaft vor einer Flächenreduzierung geschützt; eine Umwidmung ist nur in besonderen Ausnahmefällen möglich.
Damit sind die Hürden einer Umwidmung nun sehr hoch: Es muss ein überzeugendes öffentliches Interesse geben, das Abgeordnetenhaus muss seine Zustimmung geben, und es müssen Ersatzflächen in gleicher Größe im Einzugsbereich zur Verfügung gestellt werden. Solche besonderen Ausnahmen für eine Umwidmung kann es nur geben, wenn es um die Versorgung breiter Schichten der Bevölkerung mit Wohnraum oder sozialer Infrastruktur geht. Für Berlin und die Menschen in Marzahn-Hellersdorf sind das gute Nachrichten.
Wichtiger Meilenstein fürs Stadtgrün
In Marzahn-Hellersdorf sind über 3.000 Kleingärtnerinnen und Kleingärtner unter anderem in 12 Vereinen im Bezirksverband organisiert. Der Verein Berlin-Marzahn der Gartenfreunde e. V. hat seinen Sitz in der Tangermünder Straße 53. Der Bezirksverband begrüßt das neue Kleingartengesetz als „wichtigen Meilenstein für den Schutz der Berliner Kleingartenflächen“.
Zu den bekannten Kiezgärten gehören „Am Forsthaus“, „An der Wendeschleife“ und „Am Fuchsberg“. Sie tragen zu einem gesunden Stadtklima und frischer kühler Luft in der Umgebung bei. Gerade in unserem wachsenden und teilweise dicht besiedelten Bezirk haben die Kleingärten eine Schlüsselrolle für die aktiven Gärtnerinnen und Gärtner ebenso wie die Menschen in der Umgebung. Auch in unserem Bezirk gibt es weit mehr Interessenten als verfügbare Kleingärten – man muss aktuell mit Wartezeiten von drei bis vier Jahren rechnen. Das zeigt, wie beliebt und gefragt die Schrebergärten sind.
Der Erhalt der grünen Oasen ist nicht nur für die Gärtnerinnen und Gärtner vor Ort eine sehr gute Nachricht. Die Kolonien haben eine wichtige soziale Funktion, sind Treffpunkt für Jung und Alt und Ort der Erholung für Familien wie auch Rentnerinnen und Rentner. Darüber hinaus leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz, zur Umweltbildung, zur frischen Luft und tragen zur Kühlung in heißen Sommern bei. Und sie haben in Berlin eine lange Tradition: Seit 150 Jahren gehören sie zu unserer Stadt und unserer Geschichte. Zu Beginn boten sie armen Menschen die Möglichkeit, selbst Obst und Gemüse anzubauen, später waren sie insbesondere für Arbeiterinnen und Arbeiter ein wichtiger Ort für die Erholung.